Film-Pairing
Food Pairing dürfte inzwischen ein bekannter Begriff sein. Übertragen auf die Cocktail Kultur, heißt es nichts weiter, als das Kombinieren von Essen und Cocktails. Dazu gibt es inzwischen auch eine herrliche Webseite: foodpairing.be.
Hier geht es aber um Film Pairing, was so viel heißen soll wie: Welcher Cocktail zu welchem Film?
Zu Beginn ein einfaches Beispiel. Jeder kennt Fluch der Karibik. Jeder weiß, dass die Piraten und auch die Marine (siehe Navy Rum) gerne Rum zu sich nahmen. “Johoho und ne Buttle voll Rum” Grundsätzlich nahmen sie den Rum aber nicht unverdünnt zu sich, wie in manchen Filmen suggeriert, sondern als Punsch, um das Gesöff trinkbar zu machen. Der Rum zu damaligen Zeiten war hochprozentig und häufig nicht von besonders guter Qualität. Die Mixturen aus “Sour” (Zitronen oder Limetten), “Sweet” (Zucker), “Strong” (Der Rum) und “Weak” (Wasser oder Tee) ähneln einem heutigen Sour Rezept. Wer es also authentisch haben möchte, dem kann ich ein altes Rum Punch Rezept ans Herz legen:
Rum Punch
1 part lime juice
2 part 1:1 simple sirup
3 part rum (Pussers British Navy Overproof)
4 parts water
3 dashes Angostura
nutmeg
Alle Zutaten auf Eis shütteln und Muskatnuss darüber reiben. Das ganze wird dann stilecht in einem Krug serviert.
James Bond wäre ein weiteres einfaches Beispiel. Der Vesper Cocktail teilt allerdings nicht jedermanns Sympathie. Siehe dazu die Diskussion zwischen Jörg Meyer und Michael “Mike” Meinke oder noch besser bekannt als Triobar.
Wenn ich an gute Filme denke, denke ich an: Die Verurteilten, Der Pate, Garden State, 500 Days of Summer, The Dark Knight und an Krieg der Sterne. (nicht an Pulp Fiction, oder einen sonstigen Tarantino Film)
Die Verurteilten ist kein leicht verdaulicher Film. Die Stimmung wechselt ständig zwischen Lachen und ernsthaften nachdenken. Dazu gesellt sich die ständige Gewissheit, dass keiner der Protagonisten eine rosige Zukunft hat. Das Ende fügt sich deshalb in meinen Augen nicht besonders gut ein, aber das ist wohl die Schuld der Allgemeinheit. Ständig muss es ein Happy End geben…
Was passt also zu einem leichten depressiven Film mit humoristischen Zügen?
Keine Ahnung, aber der Mint Julep zur gleichen Zeit hat wunderbar geschmeckt:
Mint Julep
6cl Bourbon
2cl Simple Sirup (1:1)
Minze
Die Minze leicht anklatschen und mit dem Sirup ins Glas geben. Crushed Ice dazu und das ganze vorsichtig aufrühren. Nach und nach Bourbon dazu geben und immer wieder rühren, damit sich der Sirup, die Minze und der Bourbon gut vermischen und das Schmelzwasser den Drink etwas verdünnt.
Garden State spielt ebenfalls mit den Themen Depression und Freude. Ganz langsam nimmt der Zug, den Andrew Largeman sein Leben nennt, Fahrt auf und steigert sich wiedermal zu einem etwas kitschigen Ende. Ich habe den Film bestimmt schon häufiger gesehen. Aber schon beim ersten mal schoss mir dieser Cocktail in den Kopf:
High Life
3cl Brandy
3cl Port
1cl Zitronensaft
1cl Zuckersirup
1 Eiweiß
Alle Zutaten erst ohne, dann mit Eis schütteln. In eine Cocktailschale abseihen und frisch geriebenen Kakao drüber streuen.
“500 Days of Summer” ist kein Liebesfilm, wie am Anfang betont wird. Aber eigentlich schon. Junge verliebt sich in das alternative Mädchen, das nichts von Beziehungen hält. Mädchen trennt sich von Jungen. Junge versucht verzweifelt sie zurück zu bekommen. Mädchen heiratet einen anderen. Junge erkennt, dass er weitermachen muss. Für mich ein typisches Romantik Thema, mit einem nicht ganz so kitschigen Ende. Endlich mal etwas seichte Unterhaltung, die einen nicht zum Grübeln zwingt. Aber nicht zu flach, dass man sich nach den ersten Minuten schon langweilt. Passend dazu gefällt mir die
French Lemonade
5cl Chambord
1,5cl Zitronensaft
Soda
Chambord und Zitronensaft auf Eis im Gästeglas verrühren und mit Soda toppen.
Wer Action sucht, hat bestimmt schon öfters The Dark Knight gesehen. Der vorletzte Kino Film mit Heath Leadger. Der Film ist für mich ohne Zweifel die beste Batman Verfilmung bisher. Gleichzeitig enttäuscht er mich auf so vielen Ebenen. Der Joker ist nicht annähernd verrückt genug, Two Face wird als Nebenfigur abgestempelt, die Spannungslinie wird nicht aufrecht gehalten und Batman ist nicht rachsüchtig genug, wie er in den Comics dargestellt wurde. Aber das sind die Kleinigkeiten, die enstehen, wenn ein Buch oder in dem Fall ein Comic verfilmt wird. Ein Cocktail der zu diesen Film passen soll ist nicht schnell gefunden. Konzentriert man sich aber auf den Charakter von Bruce Wayne, muss der Cocktail vor allem 2 Seiten haben. Einmal die Glamour Version als strahlender Playboy und auf der Schatten Seite die kalte, berechnende, nach Rache lüsternde Seite:
Millionaire Daiquiri
5 cl Jamaican Rum (Appleton White)
2 cl Sloegin (Gordons)
2 cl Apricot Brandy
3cl Limettensaft
Auf Eis schütteln und in der vorgekühlten Cocktailschale servieren
Dark Millionaire Daiquiri
5cl Jamaican aged Rum (Appleton Extra)
2cl Sloegin (Gordons)
2cl Cherry Heering
3cl Limettensaft
Auf Eis schütteln und im Tumbler auf Eis servieren.
Cocktails und Filme sind immer eine gelungen Kombination und lassen einen Abend unvergesslich werden. So erinnert man sich an den Film und gleichzeitig an den Cocktail den man getrunken hat. Viel Spaß bei euren nächsten Film und Cheers!


